Initiativ für eine Gedenkstätte

Der Aufbau der Gedenkstätte Augustaschacht begann spät und mit einem ungewöhnlich hohen Tempo.

48 Jahre nach dem Ende des Arbeitserziehungslagers Ohrbeck setzte der Osnabrücker Historiker Dr. Volker Issmer mit dem Beginn seiner bis heute grundlegenden Erforschung der Lagergeschichte einen intensiven Erinnerungsprozess in Gang.

Ein Mahnmal erinnert seit 1998 an die bekannten Opfer des Arbeitserziehungslagers Ohrbeck und der beiden nahegelegenen Zwangsarbeiterlager. Eine eigene Tafel ist den gestorbenen ausländischen Neugeborenen und Kleinkindern gewidmet.

Die Stadt Georgsmarienhütte und die Gemeinden Hasbergen und Hagen a.T.W. stifteten das vom Künstler Volker Johannes Trieb geschaffene Mahnmal.

Ein wichtiger Beitrag zum Erhalt des ehemaligen Lagergebäudes war im Jahre 1999 die gemeinsam finanzierte Dachsanierung durch die Georgsmarienhütte GmbH, Stadt und Landkreis Osnabrück, den Landschaftsverband Osnabrücker Land und die Kommunen Georgsmarienhütte, Hasbergen und Hagen.

Im Januar 2000 gründeten Bürger aus Stadt und Landkreis Osnabrück den Verein Gedenkstätte Augustaschacht, der sich zunächst Initiative Augustaschacht Ohrbeck nannte. Zuvor hatte sich bereits ein Arbeitskreis in Georgsmarienhütte für den Aufbau einer Gedenkstätte eingesetzt.

 

 

Bereits wenige Wochen nach seiner Gründung bot der Eigentümer der Georgsmarienhütte GmbH, Dr.-Ing. Dr. h.c. Jürgen Großmann, dem Verein das ehemalige Lagergebäude des Arbeitserziehungslagers Ohrbeck zum symbolischen Kauf an. Mit der Unterzeichnung des Kaufvertrages im Januar 2002 mietete der Verein langfristig das angrenzende Gelände. Der Verein hatte damit die Aufgabe übernommen, in der Praxis nachzuweisen, dass eine Gedenkstätte im Augustaschacht möglich ist und genutzt wird.

Im Sommer 2003 konnte die im Aufbau befindliche Gedenkstätte erstmals für die Öffentlichkeit geöffnet werden. Die Besucher benötigten noch Taschenlampen, um die Ausstellung Menschenbilder von Hiltrud Schäfer zu besichtigen.

Im Herbst 2003 folgte dann der Einbau einer größeren Tür und eines Notausstieges, die Öffnung mehrerer zugemauerter Fenster in den oberen Stockwerken und die Installation einer elektrischen Beleuchtung im Haus.

Für die Ausstellung Erneuerung der Erinnerung im Spätsommer 2004 wurden die heute noch sichtbaren verbrannten Baumstämme von Volker Johannes Trieb am Augustaschacht angebracht, seine Stahlobjekte auf dem früheren Appellplatz installiert und Tontafeln mit Gedichten von Truus Menger im Außenbereich aufgestellt.

Im gleichen Jahr konnten von dem Architekten Helmut von der Heyde in Abstimmung mit der Denkmalpflege und dem Verein dringend notwendige Umbauten für die Gedenkstättenarbeit im Augustaschacht geplant werden: ganzjährig verwendbare Ausstellungsräume, ein Raum für Arbeitsgruppen und Veranstaltungen, ein neues Treppenhaus zum Schutz der historischen Lagertreppe, Toiletten, sowie ein Büroraum für die Gedenkstättenmitarbeiter.

Im Dezember 2006 begann der eineinhalbjährige Umbau mit vielen privaten und öffentlichen Unterstützern und Förderern.

Am 6. April 2008 wurde die Gedenkstätte Augustaschacht offiziell eröffnet.

Seit dem Jahr 2009 sichern mit ihrer Förderung die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, die Stadt Osnabrück, der Landkreis Osnabrück, die Stadt Georgsmarienhütte sowie die Gemeinden Hasbergen und Hagen a.T.W. die Gedenkstättenarbeit in der Region Osnabrück.

Die Gedenkstättenvereine Augustaschacht und Gestapokeller im Schloss Osnabrück haben sich auf eine enge Zusammenarbeit verständigt, um die beiden Gedenkstätten zu wirksamen und bekannten Orten der Erinnerung, der Forschung und der Bildung zu entwickeln, und um mehr Besucher, insbesondere Schüler und Auszubildende, zu erreichen.

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Augustaschacht