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Die Ausstellung »... ich habe oft gedacht, ich schaff es nicht – Fremdarbeit von Papenburg bis Melle« und besondere Kunstwerke eröffnen vertraute und ungewöhnliche Zugänge zur Geschichte des Augustaschachtes und der Region Osnabrück im Nationalsozialismus.


»... ich habe oft gedacht, ich schaff es nicht –
Fremdarbeit von Papenburg bis Melle«

Die Ausstellung bietet umfassende Informationen zur Geschichte des Arbeitserziehungslagers Ohrbeck und zur Zwangsarbeit in der Region Osnabrück. Eine große Karte zeigt die Standorte der etwa 600 zur Zeit bekannten Lagerorte. Im Unterschied zum Arbeitserziehungslagers Ohrbeck fehlen für die meisten Lager nähere Angaben zu den Lebens- und Arbeitsbedingungen. Die Erinnerungen von Alje Huisman, der als 18jähriger Niederländer 1924 zur Zwangsarbeit nach Osnabrück geschickt wurde, führen durch die Themenräume  »Freiwilligkeit oder Zwang?«, »Verwaltung des ›Arbeitsmaterials‹ Mensch«, »Lageralltag«, »Ende des Krieges – kein Ende des Leides« und »Lagernutzung nach dem Krieg«. Auf diese Weise erschließt sich immer tiefer die Erinnerung von Alje Huismann: »Ich habe oft gedacht, ich schaff es nicht ...«


Foto: Christa Henke

Das Mahnmal »Der Erinnerung einen Raum geben« von dem Osnabrücker Künstler Volker Johannes Trieb erinnert seit 1998 an die Opfer des Arbeitserziehungslagers Ohrbeck und die bekannten Namen von Neugeborenen und Kleinkindern sowjetischer Frauen, die in den beiden nahe gelegenen Zwangsarbeiterlagern starben.


Das Triptychon »...dann steigt ihr als Rauch in die Luft, da habt ihr ein Grab in den Wolken« des Künstlers Friedrich Stork nähert sich mit künstlerischen Mitteln Auschwitz und der Vernichtung der Juden in Europa. Sein Bild weist zugleich auf das flächendeckende System von nationalsozialistischen Lagern, an derem Tiefpunkt Auschwitz-Birkenau und die Vernichtungslager standen, als auch auf das Schicksal vieler Menschen aus der Region Osnabrück – insbesondere Sinti und Juden, die Opfer dieser Lager wurden.


Die Ausstellung »Deportiert und ermordet« erinnert neben dem Triptychon von Friedrich Stork an die Namen der deportierten und in den Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordeten Kinder Osnabrücker Sinti und Juden.


Die Ausstellung »[Bau]Phasen« gibt Einblicke in die überraschenden Ergebnisse einer Spurensuche zur Gestalt und Geschichte des Augustaschachtgebäudes. Das Gebäude und seine Umgebung sind geprägt von den Veränderungen der Nachkriegszeit. Wie es zur Zeit des »Arbeitserziehungslagers Ohrbeck« dort aussah, ist auf den ersten Blick nicht mehr erkennbar. Bauhistoriker und Archäologen sammelten daher Hinweise im Gebäudeinneren, werteten Archive nach Fotos und Bauzeichnungen aus, legten Reste von Wegen und Nebengebäuden frei und bargen Fundstücke. Junge Menschen aus vielen Ländern unterstützten die Ausgrabungen. Die Ausstellung zeigt zahlreiche Ausgrabungsfundstücke und unbekannte Fotos.  mehr


Tafeln mit Gedichten der niederländischen Bildhauerin Truus Menger und eine Installation aus verbrannten Baumstämmen und Metallplatten von Volker Johannes Trieb erneuern und verbinden die Erinnerung an die Opfer des Arbeitserziehungslagers Ohrbeck und der deutschen Besatzungszeit in den Niederlanden.

Tafeln im Außenbereich der Gedenkstätte informieren kompakt über die Geschichte des Arbeitserziehungslagers Ohrbeck und der benachbarten Zwangsarbeiterlager.


 

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Augustaschacht