Veranstaltungen


Vorträge, Zeitzeugengespräche, Führungen und Tagesfahrten
von September 2014 bis Januar 2015
in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Gestapokeller, den Volkshochschulen Osnabrück und Osnabrücker Land sowie dem Kulturgeschichtlichen Museum/Felix-Nussbaum-Haus haben wir für Sie in dem anliegenden PDF zusammengestellt.

 


GEDENKSTÄTTE GESTAPOKELLER – Donnerstag, 14. Februar 2013, 19.30 Uhr

Lesung mit dem Jugendbuchautoren Dirk Reinhardt aus seinem neuen Buch »Edelweißpiraten«

Fachwissenschaftler streiten bis heute darüber, ob man die Jugendlichen, die sich im Zweiten Weltkrieg in fast allen größeren Städten an Rhein und Ruhr zu Widerstandsgruppen zusammenschlossen, als politische Widerständler bezeichnen kann. Schätzungsweise mehrere tausend Jugendliche, gehörten zu den »Edelweißpiraten«, die mit ihren spontanen Aktionen schon bald in Konflikt mit der Gestapo gerieten.

Dirk Reinhardt hat in Archiven recherchiert und mit Zeitzeugen gesprochen und bezieht in seinem Buch eindeutig Stellung: Auch diese Jugendlichen, vorwiegend aus der Arbeiterschaft stammend, gehörten zum Widerstand gegen das NS-Regime. In jugendgerechter Sprache beschreibt er den Weg einer Kölner Edelweißpiraten-Clique und fordert dadurch Jugendliche zur Reflexion über ihre eigene gesellschaftliche Verantwortung heraus.

Die Lesung findet in Kooperation mit der Gedenkstätte Augustaschacht und der VHS Osnabrück statt. Der Eintritt beträgt 3 €.

 


Vorträge, Zeitzeugengespräche, Führungen und Tagesfahrten
von September 2012 bis Januar 2013

in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Gestapokeller, den Volkshochschulen Osnabrück und Osnabrücker Land sowie dem Kulturgeschichtlichen Museum/Felix-Nussbaum-Haus haben wir für Sie in dem anliegenden PDF zusammengestellt.

Informationen zu aktuellen Veranstaltungen und Ausstellungen der Gedenkstätten können Sie per eMail-Rundschreiben erhalten.



GEDENKSTÄTTEN AUGUSTASCHACHT / GESTAPOKELLER UND ANDERE ORTE
18. November 2012 – 27. Januar 2013

Ausstellung des Fotoprojekts »vorOrt«

Das Fotoprojekt »vorOrt« entstand an Stätten nationalsozialistischer Gewalt: in Bergen Belsen, Hadamar oder Auschwitz. Dabei hat sich der Bissendorfer Künstler Thomas Stüke auf das Fotografieren der Fußböden dieser Stätten beschränkt. Auf den Böden sind Abnutzungen sichtbar, Spuren der Vergangenheit, der Täter und der Opfer, die einst über die Böden gingen und der späteren Nutzung der Räume.

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GEDENKSTÄTTE GESTAPOKELLER – Sonntag, den 13. Januar 2013, 15–17 Uhr

Günstige Geschäfte – Interessen am Osnabrücker Synagogen-Grundstück
 – Gestapo, Oberbürgermeister und Regierungspräsident

An der nationalsozialistischen Entrechtung und Verfolgung der Juden in Deutschland bereicherte sich auch die öffentliche Hand in Osnabrück. Der Vortrag widmet sich den Hintergründen des Abrisses der Osnabrücker Synagoge nach der Pogromnacht im November 1938 durch den damaligen Oberbürgermeister und der Aneignung des Synagogengrundstückes mitsamt des Schulgebäudes durch den Osnabrücker Regierungspräsidenten mit Hilfe der Stadtsparkasse Osnabrück. Ebenso wird gezeigt werden, wie der Regierungspräsident sich schließlich in der Bundesrepublik der Rückgabe des Grundstücks nicht zuletzt mit rechtlichen Einwänden widersetzte.

Referent: Dr. Michael Gander, Gedenkstätte Augustaschacht
 



GEDENKSTÄTTE AUGUSTASCHACHT – Sonntag, 20. Januar 2013, 14–16.15 Uhr

Führung durch die Gedenkstätte Augustaschacht

Die Gedenkstätte Augustaschacht erinnert am Ort des ehemaligen Arbeitserziehungslagers Ohrbeck an die Opfer und die Zeit des Nationalsozialismus im Osnabrücker Land. Das denkmalgeschützte ehemalige Lagergebäude, der Augustaschacht, ist Zeugnis schwerster  Verbrechen.

Das Arbeitserziehungslager Ohrbeck wird in der Geschichtsschreibung als »KZ der Gestapo« bezeichnet. Insgesamt waren dort mehr als 2.000 Jugendliche und Männer zwischen Januar 1944 und April 1945 inhaftiert. Sie kamen aus 17 Ländern, insbesondere den Niederlanden, der damaligen Sowjetunion, Italien und Polen. Mindestens 100 von Ihnen überlebten die durchschnittlich auf 8 Wochen begrenzten unmenschlichen Arbeits- und Haftbedingungen nicht.

Diese in der Region Osnabrück einzigartige Geschichte des Augustaschachtes  und ihre steinernen Spuren erleichtern in besonderer Weise Annäherungen an das Leben und Handeln der Menschen im II. Weltkrieg.

Dr. Michael Gander, Gedenkstätte Augustaschacht

Anmeldung über Volkshochschule Osnabrücker Land: Kurs Nr. S100102. Entgelt: 3 Euro.
Anmeldeschluss 12. Januar 2013



GEDENKSTÄTTE AUGUSTASCHACHT – Sonntag, 27. Januar 2013, 12.30 Uhr

2. Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Mit einem eigenen Projekt begleiten 60 Schülerinnen und Schüler der Geschwister-Scholl-Oberschule Bad Laer die diesjährige Feier. Sie laden herzlich dazu ein, an ihrem Programm »Geboren um zu leben« – Ein modernes Lied unserer modernen Zeit teilzuhaben.

Mehr zu der Gedenkfeier finden Sie im

anliegenden Faltblatt (pdf)

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Frühere Veranstaltungen


Samstag, den 4. Februar 2012
Volkshochschule Osnabrücker Land

Exkursion zur neueröffneten
Gedenkstätte Esterwegen

Insgesamt 15 Konzentrations-, Straf- und Kriegsgefangenenlager richteten die Nationalsozialisten und ihre Handlanger im Emsland ein. Tausende von Menschen wurden in den Lagern gefangen gehalten, darunter zahlreiche »politische Gefangene« – auch aus dem Osnabrücker Land –, die den Nationalsozialisten bei der Durchsetzung ihrer Herrschaft im Wege waren. Der Aufbau der Emslandlager vollzog sich in drei Phasen, die sich zeitlich überschnitten: 1933–1936 richtete die SS Konzentrationslager in Börgermoor, Neusustrum und Esterwegen ein. An das Schicksal dieser Gefangenen erinnern insbesondere das Lied der Moorsoldaten und stellvertretend die Geschichte des Nobelpreisträgers Carl von Ossietzky. 1934–1945 entstanden zudem 6 Strafvollzugslager unter Aufsicht der Justizverwaltung. Häftlinge dieser Lager wurden auch zur Zwangsarbeit in Osnabrück eingesetzt. 1939–1945 betrieb die Wehrmacht schließlich neun Kriegsgefangenenlager, aus denen fast alle in der Region Osnabrück zur Arbeit eingesetzten Kriegsgefangenen stammten und in denen allein mehrere Tausend sowjetische Kriegsgefangene den unmenschlichen Haftbedingungen zum Opfer fielen. In der neueröffneten Gedenkstätte Esterwegen erwarten die Teilnehmer eine Einführung in die Geschichte der Emslandlager und eine Führung zu den in den vergangenen Jahren freigelegten Überresten des Konzentrationslagers Esterwegen. Nach einer Mittagspause folgt eine Einführung in die neue Dauerausstellung zur Geschichte der Emslandlager und ausreichend Zeit für eine selbständige Erkundung der Ausstellung.

Kursleitung: Dr. Michael Gander, Gedenkstätte Augustaschacht
Abfahrt: 8 Uhr: ab Osnabrück, Kreishaus, Schölerberg 1; Rückkehr: ca. 18.30 Uhr
Anmeldung über Volkshochschule Osnabrücker Land:
Kurs Nr. P80 0102. Entgelt: 27 Euro. Keine Ermäßigung


 

Mittwoch, am 15. und 16. Februar 2012, 08:00 Uhr,
Osnabrücker Schulen

Ich bin der Jude Sally!
Ich war der Hitlerjunge Salomon

1925 wird Salomon Perel im niedersächsischen Peine geboren. Als Zehnjähriger weicht er mit seiner Familie der braunen Gefahr und zieht nach Lodz. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Polen flieht er mit seinem Bruder nach Russland. Die Eltern bleiben im Ghetto zurück, wo sie umkommen. Bei Beginn des Blitzkrieges gegen Russland fällt er in die Hände der deutschen Wehrmacht. Den sicheren Tod vor Augen, erklärt er: »Ich bin Volksdeutscher«. So wurde aus Sally Perel Josef Perjell.
Das Buch »Ich war der Hitlerjunge Salomon« ist die autorisierte Autobiografie des Sally Perel, der hier über die Schilderung seiner aberwitzigen Erlebnisse hinaus auch seine Gedanken und Gefühle offenlegt, seine Zerissenheit beschreibt, den inneren Kampf mit dem Hitlerjungen Jupp, der er wirklich war. Aus der Distanz von mehr als 60 Jahren versucht er, die Ereignisse zu reflektieren und zu bewerten.

Referent: Sally Perel
Kurs Nr.: 70862, Gebührenfrei
Sally Perel hält sich vom 15. bis 16. Februar erneut in Osnabrück auf und spricht auf Einladung der Volkshochschule an Osnabrücker Schulen.


 

Dienstag, am 21. Februar 2012, 19:30 Uhr,
Volkshochschule Osnabrück

Der gute Vater. Mein Leben mit seiner Vergangenheit

Beate Niemanns Vater Bruno Sattler gehörte zu den Tätern im Dienste des NS-Regimes. Nachdem die Tochter, geboren 1942, ihren Vater für tot gehalten hatte, erfuhr sie 1953, dass dieser 1947 aus West-Berlin verschleppt und zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt worden war. Anfang der 90er Jahre begann Beate Niemann die Geschichte ihres Vaters aufzuarbeiten. Statt auf ein vermeintliches DDR-Unrecht stieß sie darauf, dass ihr Vater ein NS-Massenmörder war. Bruno Sattler trat 1931 der NSDAP bei und war von 1933 an Leiter des Referats für die Überwachung der Sozialdemokratie und der sozialdemokratischen Gewerkschaften. Später war Sattler u. a. Gestapochef in Belgrad und dort verantwortlich für die Ermordung von etwa 8.500 Frauen und Kindern in Gaswagen und für gezielte Geiselerschießungen im Rahmen der sogenannten »Partisanenbekämpfung«.

Referentin: Beate Niemann
Kurs Nr.: 70863, Eintritt frei!


 

Dienstags, ab dem 21. Februar 2012, 16.45–19 Uhr,
Volkshochschule Osnabrück

Arbeitskreis Geschichte des Nationalsozialismus
in der Region Osnabrück

Der Arbeitskreis diskutiert die bekannten und unbekannten Seiten des Nationalsozialismus und seiner Opfer in der Region Osnabrück. Weiterhin werden die regionalen Hinterlassenschaften und Folgen von Krieg und Nationalsozialismus erörtert.

Kursleitung: Dr. Michael Gander, Gedenkstätte Augustaschacht
15 Termine
Kurs Nr.: 70875, Gebührenfrei.


 

Samstag, den 17. März 2012, 13.30 – 17.30 Uhr,
Gedenkstätte Augustaschacht

Fällt wegen Erkrankung der Referentin aus! 
Neuer Termin: 8. September 2012

Erzählte Geschichte – was wissen wir eigentlich von den Erlebnissen unserer Eltern und Grosseltern in der Nazizeit, und hat es überhaupt noch etwas mit uns heute zu tun?

Der Zweite Weltkrieg und die Nazizeit sind seit über 60 Jahren zu Ende. Dennoch sind die Folgen dieser Zeit nicht vorbei. Die Verbrechen der Täter haben immer noch Auswirkungen auf die Opfer und deren Nachkommen. Ebenso wirken sie auf die Nachkommen der Täter. Traumata werden (mindestens) bis in die dritte Generation weitergegeben, denn in den meisten Familien – sowohl bei den Opfern als auch auf der Täterseite – wurde über diese Zeit geschwiegen, das Erlebte, Getane, Gesehene nicht durch- und nicht verarbeitet. Sakino Mathilde Sternberg wuchs im Landkreis Osnabrück auf und erlebte in ihrer Familie das Schweigen ihres Vaters, ebenso wie das der Mutter und der gesamten Eltern- und Grosselterngeneration.

Als junge Erwachsene verliess sie ihre Heimat, um Psychologie zu studieren, aber auch, um ihrem Elternhaus zu entfliehen. Erst nach vielen Jahren und durch die Begegnung mit dem israelischen Psychologen Dan Bar On, der sich in den achtziger Jahren der Erforschung der Auswirkungen des  Holocaust auf die Nachkommen der Täter in Deutschland beschäftigt hatte, wurde ihr bewusst, dass sie einen wichtigen Teil ihrer eigenen Biografie noch nie angeschaut hatte. In den letzten 8 Jahren widmete sie einen grossen Teil ihrer Zeit und Energie einem Forschungsthema mit der Frage: Was hat der Vater im Krieg getan? Was hat er gewusst, was hat die Mutter gewusst, was haben andere aus der Familie und aus dieser Gegend getan und gewusst? In welcher Weise waren Menschen im Osnabrücker Land an den Verbrechen der Nazizeit beteiligt, und wie wird das Wissen heutzutage weitergegeben oder verschwiegen? Ebenso wichtig ist ihr, in ihrem eigenen  Leben ähnliche Tendenzen des Schweigens, Mitlaufens und Wegschauens zu erforschen und sie zu überwinden, indem sie darüber spricht und sich engagiert. Sakino Mathilde Sternberg ist Mitbegründerin und Vorsitzende des Vereins: »Dan Bar On – International Dialogue Center«, das sich mit Dialog- und Friedensprozessen beschäftigt (www.conflict-dialogue.org). Der Workshop soll die Möglichkeit bieten, das sogenannte »Storytelling«, das erzählen der Lebensgeschichte, kennen zu lernen. Nach einer Einführung erhalten die Teilnehmer die Gelegenheit, in einer strukturierten Weise eine praktische Erfahrung in dieser Methode zu machen.

Es wird Raum für Fragen, Diskussion und Miteinander geben.

Kursleitung: Sakino Mathilde Sternberg, Berlin
Ort: Gedenkstätte Augustaschacht, Zur Hüggelschlucht 4, Hasbergen-Ohrbeck.

Anmeldung über Volkshochschule Osnabrücker Land:
Kurs Nr. R80 0103
Entgelt: 14 Euro. Keine Ermäßigung


  

Sonntag, den 18. März 2012, 15–17 Uhr, Gedenkstätte Gestapokeller

Führung durch die Gedenkstätte Gestapokeller

Älteren Osnabrückern ist es noch in Erinnerung: Im Osnabrücker Schloss saß die Gestapo. Heute befindet sich in einem Teil der ehemaligen Haftzellen im Keller des Westflügels eine Gedenkstätte, die am 9. November 2001, dem Gedenktag an die Reichspogromnacht 1938, eröffnet werden konnte. Die Führung wird zeigen, welche Rolle die Osnabrücker Gestapostelle im System der Bespitzelung der Bevölkerung und Verfolgung missliebiger Personen durch das nationalsozialistische Regime spielte. Sie wird an Menschen erinnern, die hier – auf lokaler Ebene – in das Räderwerk der Gestapo gerieten. Zugleich wird von Menschen die Rede sein, die das Regime stützten, weil es ihnen scheinbare Normalität und verlockende Aufstiegsmöglichkeiten bot.

Ute Becker, Gedenkstätte Gestapokeller
Gedenkstätte Gestapokeller, Neuer Graben/Schloss, Osnabrück
Anmeldung über Volkshochschule Osnabrück:
Kurs Nr. 70865. Entgelt: 3 Euro.


 

Sonntag, den 1. April 2012, 15 Uhr, Gedenkstätte Augustaschacht

Vortrag und Gedenken zum 67. Jahrestag
der Auflösung des Arbeitserziehungslagers Ohrbeck.

Am Ostersonntag 1945, dem damaligen 1. April, endete nach den grundlegenden Forschungen von Dr. Volker Issmer die Herrschaft der Osnabrücker Gestapo über die meisten Häftlinge des Arbeitserziehungslagers Ohrbeck. 15 Monate nach seiner Gründung im Januar 1944 lösten die Verantwortlichen das Straflager vor den nahenden alliierten Truppen auf. Insgesamt fielen mindestens 100 der insgesamt 2.000 Häftlinge aus 17 Nationen den katastrophalen hygienischen Verhältnissen, der organisierten Unterernährung und den Gewalttaten des Lagerpersonals zum Opfer. Das Ende des Lagers bedeutete noch kein Überleben für alle Häftlinge, aber für viele war es die Rettung. Das Gedenken an den 1. April 1945 eröffnet somit den Blick auf die Geschichte und die Nachwirkungen des »KZ der Gestapo«, wie dieser Lagertyp in der Geschichtswissenschaft inzwischen bezeichnet wird, in der Region Osnabrück.

Im Mittelpunkt des Gedenkens steht ein Vortrag der Düsseldorfer Historikerin Dr. Regina Plaßwilm zum Thema:

Die Grenzen des Erzählbaren

Regina Plaßwilm stellt ihre neue Forschungsarbeit zu Erinnerungspräsentationen zur Zwangsarbeit vor. Die Rekonstruktion der »Erinnerungen an Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg« versteht sich als ein innovativer Beitrag zu einer Oral History der Zeitgeschichte. Regina Plaßwilm führte über fünfzig biografisch-narrative Interviews mit Zeitzeugen in Belarus, Russland, Frankreich und den Niederlanden. In ihrer Studie vertritt sie die These, dass die Erinnerungen der überlebenden Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter im doppelten Sinne aufschlussreich und wichtig sind: Sie korrigieren offizielle Darstellungen durch Einbeziehung der Opferperspektive und ermöglichen darüber hinaus Rückschlüsse auf die gesellschaftlichen Konventionen und Tabus der öffentlichen Erinnerung, die sich bis in den Diskurs der Opfer eingeschlichen haben.

Ort: Gedenkstätte Augustaschacht, Zur Hüggelschlucht 4, Hasbergen-Ohrbeck. Eintritt frei!


 

Samstag, den 21. April 2012, Volkshochschule Osnabrück

Exkursion zur neugestalteten Gedenkstätte
Bergen-Belsen

Das neue Ausstellungsgebäude der Gedenkstätte Bergen-Belsen enthält eine dreiteilige neue Dauerausstellung zur Geschichte des Kriegsgefangenenlagers Bergen-Belsen, des Konzentrationslagers Bergen-Belsen und des DP-Camps Bergen-Belsen. Auch das Gelände wird wieder »lesbar« gemacht.

Die Bilder des Grauens, die sich den englischen Soldaten bei der Befreiung des Lagers am 15. April 1945 boten, gingen um die ganze Welt. Der Name Bergen-Belsen wurde zu einem Symbol für die Gräuel des nationalsozialistischen Konzentrationslagersystems und den Terror und die Verbrechen der NS-Herrschaft. Unweit des späteren Konzentrationslagers entstand das Kriegsgefangenen-Stammlager Bergen-Belsen, das ab Spätsommer 1941, nach dem Überfall auf die Sowjetunion, mit sowjetischen Kriegsgefangenen belegt wurde. Die schlechte Unterbringung, Hunger, Erschöpfung und eine Ruhr- und Fleckfieberepidemie führten 1941/42 zu einem Massensterben der Gefangenen. Insgesamt starben in dem Kriegsgefangenenlager mindestens 19.500 Kriegsgefangene. Eine der etwa 8.000 Frauen von 15.257 Häftlingen, die sich am 2. Dezember 1944 im Lager Bergen-Belsen befanden, war das 15-jährige Mädchen Anne Frank. Sie starb im März 1945 kurz nach ihrer Schwester Margot in Bergen-Belsen an Typhus. Im Konzentrationslager Bergen-Belsen und an den Folgen der KZ-Haft starben über 49.000 Menschen. Die Teilnehmer besichtigen unter sachkundiger Leitung das ehemalige Lagergelände und das neueröffnete Ausstellungsgebäude.

Kursleitung: Dr. Michael Gander, Gedenkstätte Augustaschacht

Abfahrt:  8.00 Uhr: Haus der Volkshochschule, Bergstraße 8; Rückkehr: ca. 19.00 Uhr
Anmeldung über Volkshochschule Osnabrück:
Kurs Nr. 70867. Entgelt: 27 Euro.
Anmeldeschluss: 4. April


 

Dienstag, am 24. April 2012, um 19:30 Uhr Volkshochschule Osnabrück

Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz

Die Firma »Topf & Söhne« in Erfurt entwickelte und produzierte für die SS Verbrennungsöfen für die Beseitigung der Leichen in Konzentrationslagern. Technisches Wissen und Ingenieursgeist wurden in den Dienst des organisierten Massenmordes gestellt.

Hartmut Topf ist Urenkel von Johann Andreas Topf (1816–1891), dem Gründer der Firma. Nach dem Krieg hatte Topf als 12-Jähriger von den Geschäften der Cousins seines Vaters erfahren. Damals stellte er noch keine Fragen. Erst nach dem Mauerfall begann er, die Geschichte intensiver zu erforschen. Am 27. Januar 2011, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, wurde in Erfurt im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Firma der Erinnerungsort »Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz« eingeweiht. Für seinen Beitrag und sein Engagement zur Erforschung der Geschichte von »Topf & Söhne« erhielt Hartmut Topf 2007 das Bundesverdienstkreuz.

Referent: Hartmut Topf

Volkshochschule Osnabrück:
Kurs Nr. 70868. Eintritt frei!


 

Dienstag–Mittwoch, 15. und 16. Mai 2012,
Volkshochschule Osnabrück

Auschwitz: Häftlingsnummer 50462 – Zeitzeugengespräch in Schulen

Erna Korn, die heute Erna de Vries heißt, wurde 1923 in Kaiserslautern als einziges Kind einer Unternehmerfamilie geboren. Ihre Mutter war Jüdin und ihr Vater Protestant. Mit der Machtübernahme der NSDAP verschlechterten sich die Lebensbedingungen der Familie immer weiter und die Firma musste verkauft werden. In der Pogromnacht im November 1938 tobte sich ein aufgestachelter Mob auch im Haus der Familie Korn aus, zerschlug alle Möbel und hinterließ eine völlig zerstörte Wohnung. 1943 schließlich folgte die Deportation in das Todeslager Auschwitz gemeinsam mit ihrer Mutter, die dort ermordet wurde. Erna de Vries selbst erlebte nach 20-monatiger Haft am 30. April 1945 auf einem Todesmarsch aus dem KZ Ravensbrück die Befreiung durch amerikanische Soldaten.

Referentin: Erna de Vries, Lathen
Anmeldung von Schulterminen bei Dr. Carl-Heinrich Bösling, Volkshochschule Osnabrück, Tel. 0541-323 2197, und Dr. Michael Gander, Gedenkstätte Augustaschacht, Tel. 05405-8959270.

Schulbesuche sind möglich am Dienstag, den 15.5.2012, ab 11.30 Uhr, sowie am Mittwoch, den 16.5.2012, vormittags.


 

Mittwoch, am 23. Mai 2012, um 19:30 Uhr,
Volkshochschule Osnabrück

Die Legenden der Väter. Eine Suche

Das Schicksal von drei Generationen verbindet sich in einer Lebensgeschichte: 1946 wird in Fürstenau bei Osnabrück ein Kind geboren. Der Vater ist Pole, Soldat der Besatzungstruppen, die Mutter Deutsche. Die Liebe scheitert. Das Kind wächst heran, ohne den Vater je kennenzulernen. Viele Jahre später macht sich Kolja Mensing, der Enkel jenes polnischen Soldaten, auf die Suche nach einem Phantom. Kolja Mensing erzählt diese Suche suggestiv und anschaulich wie einen Roman. Von der vorsichtigen Annäherung dreier Generationen, die durch die historischen Verwerfungen des 20. Jahrhunderts voneinander getrennt wurden, aber auch davon, wie Erinnerungen in Familien weitergegeben und dabei wie von selbst zu Literatur werden.

Kolja Mensing, geb. 1971 in Oldenburg, studierte Politikwissenschaft und Geschichte. Er lebt in Berlin und arbeitet als Redakteur für »Deutschlandradio Kultur«. Für den »Tagesspiegel« schreibt er regelmäßig die Krimikolumne »Verbrecherjagd«...

Referent: Kolja Mensing
Kurs Nr. 70869. Eintritt frei!


 

Samstag, den 23. Juni 2012, Volkshochschule Osnabrücker Land

Exkursion zum Anne-Frank-Haus nach Amsterdam mit Zeitzeugengespräch

Nunmehr 67 Jahre nach dem Tod von Anne Frank ist das Anne Frank Haus ein Museum, das den Besuchern die Möglichkeit bietet, sich in das einzufühlen, was sich an diesem Ort zugetragen hat. Die Zimmer im Hinterhaus, die damals als Versteck gedient hatten, sind dank einer gründlichen Konservierung im authentischen Zustand erhalten geblieben. Da die Möbel damals kurz nach der Verhaftung der Untergetauchten abtransportiert wurden, sind diese Räume leer. Im Hinterhaus werden bewahrt gebliebene Dokumente und Gegenstände der acht Verfolgten, unter ihnen die Familie van Pels aus Osnabrück, ausgestellt. Das Vorderhaus, der Arbeitsplatz der Helfer und das ehemalige Büro Otto Franks, wurde so rekonstruiert, dass es die Atmosphäre und den Stil jener Zeit atmet. Für Besucher wird in eindrucksvoller Weise nachvollziehbar, was sich an diesem Ort ereignete. Die Geschichte wird anhand von Zitaten aus Anne Franks Tagebuch erzählt. Originale Einrichtungsgegenstände, Dokumente und Fotos vertiefen die persönliche Geschichte der Zeit im Versteck und der Deportation in die Lager. Die interaktive Ausstellung »Grenzfälle« greift ein aktuelles Thema auf. Vor dem individuellen Besuch des Anne Frank Hauses erwartet die Teilnehmer eine halbstündige Einführung durch Mitarbeiter des Museums. Nach einer Mittagspause zur freien Verfügung besuchen wir das Monument »Markt für Juden« der niederländischen Künstlerin Truus Menger. Im ehemals größten jüdischen Wohnbezirk von Amsterdam besuchen wir die Orte an denen Anne Frank und ihre Familie vor dem Untertauchen lebten.

Kursleitung: Dr. Michael Gander, Gedenkstätte Augustaschacht
Abfahrt: 8.00 Uhr, ab Osnabrück, Kreishaus, Schölerberg 1; Rückkehr: ca. 20.00 Uhr.
Anmeldung über Volkshochschule Osnabrücker Land:
Kurs Nr. R80 0101. Entgelt: 42 Euro. Keine Ermäßigung


 

 

Sonntag–Dienstag, den 15.–17. Juli 2012,
Gedenkstätte Augustaschacht

»Untertaucher / Onderduiker« – Deutsch-niederländisches Musiktheaterprojekt

Das Musiktheater Lupe und der bildende Künstler Theo van Delft bieten in Zusammenarbeit mit dem Museum Markt 12 in Aalten / NL und der Gedenkstätte Augustaschacht / DE die Produktion eines Theaterstücks mit Musik, Tanz und Bildender Kunst für Jugendliche von 14 bis 18 Jahren an.

In dem Projekt wirken Jugendliche mit, die gerne Theater spielen und sich für die Themen »Zwangsarbeit – Untertauchen – Widerstand während des Nationalsozialismus« interessieren. Das Stück wird an Wochenenden vorbereitet, in den Sommerferien geprobt und anschließend in der Gedenkstätte Auguastaschacht / Hasbergen und im September im Kulturzentrum Gruitpoort / Doetinchem / NL aufgeführt.

Inhaltlich soll eine Brücke von der Geschichte der Aufführungsorte zu aktuellen gesellschaftlichen Geschehnissen zu den Themen Toleranz, Verantwortung und Rassismus geschlagen werden.

Das Projekt »Untertaucher / Underduiker« ist Bestandteil des Projektes GrensWerte. GrensWerte ist ein Kooperationsprojekt von Münsterland e.V., Kunst & Cultuur Overijssel und Euregio. Das Projekt wird im Rahmen des INTERREG IV A-Programms Deutschland-Nederland mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) sowie der Wirtschaftsministerien der Länder Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen und der Provinzen Overijssel und Gelderland kofinanziert.

Zuschauen können bei einer offenen und vier Schulveranstaltungen alle Interessierten.

Anmeldung von Besuchern der Aufführungen bei Dr. Michael Gander, Gedenkstätte Augustaschacht, Tel. 05405-8959270,
Eintritt: Erwachsene: 8 Euro / Schüler 4 Euro.


Aufführungen

Premerie
15. Juli 2012, 17.00 Uhr

Schulaufführungen
16. Juli 2012, 9.30 + 11.30 Uhr
17. Juli 2012, 9.30 + 11.30 Uhr

 



Das Veranstaltungsprogramm
Januar bis Juli 2012 finden Sie
hier auch als PDF.

Informationen zu aktuellen Veranstaltungen und Ausstellungen der Gedenkstätten können Sie per
eMail-Rundschreiben erhalten.

 


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